Auf der Schlussgerade „Big Points“ kassiert (9.12.2011)

SG Herkenrath-Baesweiler - Bonner SV Roleber 77:70

Mit einer Niederlage im Gepäck ist die 1. Herrenmannschaft des Bonner SV Roleber aus dem Großraum Aachen heimgekehrt. Bei der SG Herkenrath-Baesweiler unterlag das Team von Trainer Philipp Siegloch in einer spannenden wie kontroversen Partie mit 70:77. „Es ist bitter, dass wir heute verloren haben, weil wir versucht haben, alles zu investieren, was wir konnten“, urteilte der Übungsleiter im Anschluss an die Begegnung.


Aufgrund von vorweihnachtlichen Terminen sowie kleinen und größeren Blessuren konnte die Siegloch-Truppe mit lediglich acht Spielern - darunter drei tapferen Helferlein der 2. Mannschaft - in Herkenrath antreten. Ab dem Sprungball war deutlich spürbar, dass beide Mannschaften ein klares Zeichen setzen wollten und entsprechend intensiv zu Werke gingen. Die physisch harte, aber zu keinem Zeitpunkt unfaire oder körpergefährdende Gangart wurde von den Unparteiischen zeitweise eventuell falsch eingeschätzt, so dass sie bemüht waren mit frühen Pfiffen eine Linie vorzugeben. Damit hatten sowohl die Hausherren als auch die Gäste zu kämpfen, was dem Spielfluss zunächst nicht entgegen kam und sich in leider in einem „Unsportlichen“ sowie diversen „Technischen“ Fouls widerspiegelte.

Spätestens nach dem Seitenwechsel entwickelte sich endlich eine Partie, bei der sich keine Partei deutlich absetzen konnte. Meist hielten die Gastgeber einen kleinen Vorsprung in Händen, Roleber ließ sich jedoch nie komplett abschütteln und blieb auf Schlagdistanz. In der Defensive hatten die BSV-Mannen die Herkenrather Schützen gut unter Kontrolle, dafür wurden teilweise einfache Zähler am Brett abgegeben. Entgegen der jüngsten Vergangenheit wurde der Ball im Angriff bereitwillig und schnell durch die eigenen Reihen gepasst. Selbst als Herkenrath auf eine Ball-Raum-Verteidigung umstellte, geriet kein nennenswerter Bruch ins Spiel, da die Lücken der Zone konsequent gesucht und mit Treffern aus der Mitteldistanz bestraft wurden. Im finalen Viertel war es weniger die Kondition, welche Roleber einen möglichen Sieg kosteten. Vielmehr trafen die Mannen vom Niederrhein einige „Big Shots“, die ein Comeback Rolebers auf der Zielgeraden vereitelten. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir uns den Big Point im Abstiegskampf nächste Woche zu Hause gegen Königsdorf holen“, schaute Coach Siegloch unmittelbar nach dem Abpfiff bereits voraus. „Und dann kann es im neuen Jahr nur besser werden.“

Philipp Siegloch (Trainer Bonner SV Roleber):

„Eine Sache würde ich gerne noch zu den Unparteiischen sagen, das mache ich übrigens zum ersten und hoffentlich einzigen Mal: Für mich nicht nachvollziehbar ist die Ansetzung eines Unparteiischen, der für einen Verein pfeift, der mit uns gegen den Abstieg kämpft. Es ist schon kein gutes Zeichen, wenn wir mittlerweile vor einer Auswärtsfahrt nach Aachen mit einem mulmigen Gefühl ins Auto steigen. Leider haben sich im heutigen Spiel diese bösen Vorahnungen - nicht zum ersten Mal - bestätigt. Ich finde es nicht gut, dass es nicht den Mannschaften überlassen wird, im Mittelpunkt des Spiels zu stehen und es ist einfach ärgerlich, wenn man ungerecht behandelt wird."

BSV Roleber:
Brenner (11), Lilge, S. (2), Mayntz (6), Bähren (12), Schlieker (18), Schulte, M. (12), Lilge, M. (7), Thiesen (2)

(Jörg Bähren)